Ein Plan muss her…

Mama vs. Ordungsfreak.

Seit 17 Wochen bin ich nun Mama. Krass wie die Zeit verfliegt. Knappe 4 Monate stellt dieses kleine Wesen unser Leben nun schon auf den Kopf. Es ist anders. Es ist schöner. Es macht jeden Tag mehr Spaß. Wir sind bis über beide Ohren verliebt in unseren Minimenschen. Er macht es uns bisher wirklich einfach. Dafür bin ich unglaublich dankbar. Wir genießen jede Sekunde zusammen. In 17 Wochen Mama-Dasein hatte ich tatsächlich erst wenige Heulkrämpfe. Den ersten nach einer echt anstrengenden Nacht ohne Schlaf ganz zu Beginn. Den zweiten an dem Tag – circa vor 8 Wochen – als ich mich das erste Mal wieder genau in der Wohnung umgesehen habe…

Wie ja alle wissen mag ich’s ordentlich, aufgeräumt und sauber. Alles sollte seinen Platz haben. Seit unser Minimensch geboren wurde hat mein Mann den Haushalt geschmissen. Er wusste nur nicht wohin… Nein, Spaß beiseite! Er hat das richtig gut gemacht und kümmert sich auch heute noch viel um Wäsche, Essen und Co.! Er hat mich bekocht, eingekauft, Ordnung gehalten, Wäsche gemacht und und und. Eben alles was so angefallen ist. In den ersten vier Wochen lag ich gefühlt den ganzen Tag auf der Couch, aß und stillte. Mehr nicht. Wenn ich Glück hatte, huschte ich mal kurz unter die Dusche.

Mein Mann hat wirklich alles toll gemacht. Es herrschte immer sichtbare Ordnung, die Wäsche war gewaschen, ich war satt und konnte mich komplett auf unseren Sohn konzentrieren. Was er allerdings nicht macht ist Putzen. Ab und an wurde unser Saugroboter durch die Bude gejagt. Das muss reichen. Tat es auch. Natürlich. Wir haben schließlich ein Baby und alles andere ist wichtiger als Putzen!

Allerdings brachte mich diese “grobe Ordnung”, der ungewischte Boden, die nur grob saubere Dusche und der Staub auf den Regalen nach circa 8 Wochen wirklich zum Heulen. Warum erzähle ich euch jetzt…

Ausmisten in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft nutzte ich die Zeit um auszumisten. Mein Plan: Wenn überall – also wirklich überall – Ordnung ist, alles seinen Platz hat, es hier kein “Gerümpel” mehr gibt, dann habe ich später mit Baby weniger zu tun und nicht das Gefühl, dass ich etwas “endlich mal aufräumen/aussortieren” müsste. Da ich aufgrund einiger Beschwerden leider tatsächlich viel zuhause war und mega viel Zeit hatte, nutze ich diese auch. Jeden Tag habe ich eine Kleinigkeit gemacht. Mal diese Schublade ausgemistet, mal den Kleiderschrank sortiert und geleert, die Jahreszeiten-Deko-Boxen ausgemistet,… und so weiter und so fort. So lange, bis ich tatsächlich sagen konnte: Wir haben nur noch das, was wir brauchen/nutzen, überall ist Ordnung und alles hat seinen Platz.

Schließlich kam der berühmt berüchtigte Nestbautrieb noch dazu. Ich putze mich dumm und dusselig – trotz Babybauch. Natürlich machte ich alles nur ab und an und echt langsam, da ich mich ja schonen sollte. Aber irgendwann ist die Wohnung trotzdem sauber. Ich war fertig. Und ich war zufrieden. Ich war soooooo zufrieden. Mit mir. Mit unserer Wohnung. Mit allem. Das Baby kann kommen.

Wie es weiter ging habt ihr oben schon gelesen.

“Meine” Ordnung war hinüber. Der Herzmann räumte die Wäsche fleißig weg. Natürlich alles auf einen Stapel. Hauptsache es lag im Schrank. Es stand nicht viel rum. Er machte Ordnung und räumte auf. Allerdings hatten wir nun wieder “Rumpelschubladen”. Und nein, ich will damit nicht sagen, dass er es “nicht richtig” gemacht hat. Nein. Er hat es toll gemacht (ein großes DANKE an dieser Stelle. Ohne DICH wäre ich aufgeschmissen!). Eben auf seine Art und Weise. Das Problem liegt bei mir. Wenn es nicht “meine Ordnung” ist, dann ist’s für mich einfach nicht gut genug. Blöder Perfektionismus, den ich eigentlich schon längst ablegen wollte.

Aber diese Ordnung und mein Verlangen nach Struktur hat ja einen Sinn. Mehr wertvolle Zeit für den Minimenschen, für uns und um sich wohl zu fühlen.

Versteht ihr, was ich meine?

Ein Plan muss her…

“Sie nun wieder mit ihren Plänen…” Ja, ich hasse es planlos zu sein. Kann man mit Baby / Kleinkind planen? Wohl eher nicht. Aber man kann es versuchen und so das gröbste Chaos verhindern.

Erstmal hab ich meinem Mann an einem Wochenende gaaaaanz viel Zeit mit dem Minimensch verschafft, hab die Zeit genutzt, ausgiebig geputzt und Ordnung gemacht. Dabei hab ich endlich mal wieder ganz laut Musik gehört und mich nur stören lassen, wenn mein Kleiner Hunger hatte. Und soll ich euch was sagen? Das hat sich für mich wie Urlaub angefühlt und hat richtig Spaß gemacht.

Mein “Plan” sieht nun wie folgt aus:

3 Regeln.

Niemals mit leeren Händen den Raum verlassen! Heißt: Schau dich um und nimm irgendwas, was nicht dort hingehört oder weggeräumt werden muss, mit! So entsteht schon viel weniger Chaos.

Nix aufschieben! Erledige die Dinge nach Möglichkeit sofort und fang keine “Muss ich noch machen!” / “Mach ich später”-Stapel an. Meistens wachsen diese Stapel nämlich und man traut sich so gar nicht mehr ran. Egal, ob es die Überweisung der noch offenen Rechnung oder eine Rücksendung einer Bestellung ist. Mach es gleich! Nicht sammeln.

Verbringe höchstens – insgesamt – eine Stunde am Tag mit Aufräumen, Ordnung machen und Putzen. Du hast ein Baby. Stell dir einen Wecker! Klingt blöd, aber manchmal ist man so im Aufräum- und Putzwahn (ich zumindest), dass schnell mal 2, 3 Stunden vergehen. Ok. Mit Baby klappt das natürlich eh nicht am Stück. Aber dazu gehört auch, dass man sich nur eine Sache am Tag vornimmt und nicht die ganze Bude auf einmal putzen will…

Ich habe mir – nach dem ersten “Wochenend-Großputz” meine Wohnung in verschiedene Wochentage eingeteilt:

  • MONTAG ist die Küche dran. Am Wochenende wird meistens ausgiebiger gekocht als in der Woche, weswegen es Sinn macht, am Montag die Küche in Angriff zu nehmen. Die Küche kostet meistens ziemlich Zeit, deswegen ist am
  • DIENSTAG das Schlafzimmer dran. Hier gibt’s nicht viel zu tun. Staub und Boden wischen, evtl. Betten überziehen. Schrank aus- oder umräumen, Kleidung aussortieren und Co. habe ich ja bereits an “meinem Wochenende” erledigt. Das gehört nicht zu den wöchentlichen Aufgaben.
  • MITTWOCH kommt das ziemlich aufwendige Wohnzimmer dran. Hier wird gelebt, hier verbringen wir die meiste Zeit des Tages. Hier entsteht die meiste Unordnung, hier gibts am meisten Staub. Wochenmitte = größter Berg Arbeit.
  • DONNERSTAG kommt unser Kinderzimmer dran. Das wird natürlich noch nicht viel genutzt. Hier wird nur gewickelt und im Moment STEHT dort die Wäsche. Heißt: wenig zu tun. Nach dem “großen” Mittwoch folgt der “kleine” Donnerstag.
  • FREITAG ist das Bad dran. Am Wochenende bekommen wir nun öfters Besuch, weswegen sich der Freitag für die gründliche Badreinigung anbietet.
  • SAMSTAG wird eigentlich eher nix gemacht. Evtl. der Flur und mal die Straße kehren oder Gartenarbeiten, die sein müssen. Ansonsten ist am Wochenende, Wochenende. Und so soll es auch sein.

Fertig.

Natürlich werden so Dinge wie Toilette putzen, Zahnpastaspritzer vom Spiegel wischen, Küchenzeile aufräumen, Wäsche und Co. an jedem Tag zwischendurch gemacht. Immer dann, wenn ich es sehe. Sofort. Einfach keinen Weg umsonst machen und nix liegen lassen oder “übersehen” – ziemlich einfach.

Das mit den verschiedenen Räumen klappt natürlich nur prima, wenn man nicht mehr als 5-6 Zimmer und/oder eine relativ kleine Wohnung hat – logisch.

Und… Manche Dinge muss man einfach auch mal sein lassen. Bügeln zum Beispiel. In meinem Rückbildungskurs gibt es ein Mädel, die bügelt sogar die Spucktücher. Ähm. Nein. Gebügelt werden nur noch Hemden. Und davon haben wir sehr wenige. Juhuuu.

Achso. Fenster putzen. Das gibt’s hier auch nur noch 2 Mal im Jahr – schließlich will ich ja ein bisschen Privatsphäre haben. Die Nachbarn müssen hier nicht reingucken können. 😉 In der Schwangerschaft hab ich mir tatsächlich einen Fensterputzer geleistet. Ich musste ein bisschen Suchen, aber dann hab ich tatsächlich jemanden gefunden, der mir für 55 Euro meine kompletten Fenster inkl. Rahmen geputzt hat. Glücksfall. Und ja… das werd ich mir auch nochmal gönnen. Mindestens einmal im Jahr. Zeit ist Luxus. Bei mir dauert es ewig und ich bekomm es sowieso nie perfekt hin. Also… ist es mir das wert.

Was man nie vergessen darf: Die Zeit mit Baby ist kostbar und kommt nie zurück. Sie geht so schnell vorbei. Es gibt echt Wichtigeres als eine saubere und ordentliche Wohnung. Also… Einstellung ändern, Zeit sparen, effektiver “arbeiten” mit einem Plan. Versucht es einfach mal… Erstellt euch einfach einen groben Wochenplan. Hängt ihn euch in den Flur. Ihr werdet sehen, dass es damit einfach besser klappt und man wirklich zu mehr kommt und eine Menge Zeit spart. Zeitmanagement ist das Zauberwort. Immer.

Wie habt ihr euren Alltag mit Baby strukturiert? Habt ihr Routinen / einen Plan? Erzählt mal!

Ich hoffe, ich finde bald wieder mehr Zeit um zu Schreiben. Ich vermisse das Bloggen hier. Lasst es euch gut gehen! Bis bald.

Euer

fräulein-stressfrei

 

 

Danke für's Teilen, ihr tollen Menschen!

Ein Gedanke zu „Ein Plan muss her…

  1. Hallo. Zuerst einmal einen großen Respekt, wie du das alles meisterst: Kind, Mann, Haushalt und auch noch ein paar Momente für dich findest und für deinen Blog. Wir haben schon seit einiger Zeit einen Wochenplan für den Haushalt. Wir sind beide berufstätig, aber noch kein Kind. Unser Wochenplan sieht ähnlich aus, Montags steht nichts auf dem Plan, Montag ist immer der lange Arbeitstag bei beiden. Dienstag Bad, Mittwoch macht einer das Schlafzimmer und einer den Flur, Donnerstag das Wohnzimmer und Freitags die Küche, wobei diese eigentlich täglich grob aufgeräumt wird, einer staubsaugt, einer wischt. Und Wochenende bleibt frei für schöne gemeinsame Stunden und Zeit mit Freunden und Familie. Durch diesen Plan und vor allem auch die Arbeitsteilung brauchen wir nie mehr als eine Stunde am Tag und haben noch genügend Zeit für Dinge, die Spaß machen

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