Ursachen für Stress

Warum haben wir so viel Stress und was ist ein Stressor?

Ist Stress eine Modeerscheinung?

„Früher hatten die Menschen nicht so viel Stress.“ Natürlich hatten sie das nicht. Die Zeiten haben sich in rasanter Geschwindigkeit geändert – alles ist hektischer, jeder strebt nach Perfektion, es muss immer volle Leistung erbracht werden.

Höher, schneller, weiter. Vorzeigekind, Klassenbester, Sportass, Stipendium, viel von der Welt sehen, der Liebling vom Chef, die perfekte Beziehung, das teure Auto, das Eigenheim, das intakte soziale Umfeld, Beliebtheit. Jeder strebt nach etwas anderem. Das alles will aber bezahlt sein. Mit Geld? Nein. Das alles zahlt man mit seiner Gesundheit.

Es reicht nicht mehr, „nur“ einen Job zu haben, „nur“ eine gemütliche Wohnung zu haben, „nur“ gesunde Kinder zu haben. Nein. Heute muss man schon mithalten können.

Der stetige, schnelle Wandel der Gesellschaft und der äußeren Umstände lassen es kaum noch zu, dass wir unser Inneres entsprechend anpassen können. Von dem einen auf den anderen Tag ist plötzlich unser Job bedroht, wir sollen ständig erreichbar sein, müssen uns auf die neuste Technik einstellen oder unseren Wohnort wechseln und somit unser gewohntes, vertrautes Umfeld zurücklassen. Wie soll man sich bei einer solchen Geschwindigkeit noch fix anpassen können?

Wenn unser Inneres mit den äußeren Umständen aber nicht im Einklang ist, empfinden wir Stress und sind hierfür auch anfälliger.

Stress ist in der heutigen Zeit allgegenwärtig. Natürlich hatten die Menschen früher weniger Stress, wenn ihr mich fragt. Zumindest war dieser Stress ganz anders als unser heutiger Stress. Meine Oma musste sich nicht mit Smartphones, Socialmedia und ständiger Erreichbarkeit auseinandersetzen. War sie auf dem Feld bei der Kartoffelernte, dann war sie eben da und konzentrierte sich darauf – auch wenn es mehrere Stunden oder sogar Tage dauerte. Eins nach dem anderen. So war das eben damals. Heute macht man am besten fünf bis acht Dinge gleichzeitig und die bitte alle perfekt und sofort.

Stressursachen (Stressoren) sind so individuell wie wir es sind

Unter Stressoren versteht man alle Bedingungen / Reize, die eine Stressreaktion hervorrufen.

Stressursachen im Kopf

Die Ursachen für Stress lassen sich grob in äußere und innere Stressoren unterteilen. Welche der Stressfaktoren ihr als wirklich belastend anseht, hängt im Wesentlichen mit eurer inneren Einstellung und eurer Persönlichkeit zusammen. Die äußeren Stressfaktoren sind gegeben und oftmals kann man an ihnen nichts oder nicht so leicht etwas ändern. Aber an eurer inneren Einstellung, eurem Umgang mit diesem Stressor könnt ihr arbeiten.

innere Stressfaktoren

  • Perfektionismus
  • Ungeduld
  • Einzelkämpferdasein / evtl. mangelnde Teamfähigkeit
  • zu hohe Ansprüche und Erwartungen an euch selbst
  • Kontrollzwang
  • Selbstzweifel / fehlendes Vertrauen in euch selbst

 

Die aufgezählten inneren Stressoren bestimmen euren Umgang mit den äußeren Stressoren und deren Bewältigung.

 

Habt ihr einige der folgenden Gedanken öfter?

  • „Ich mach es lieber selbst, sonst wird es ja eh nichts.“
  • „Auf mich ist immer Verlass.“
  • „Ich schaffe es eh nicht. Ich bin eben ein Versager.“
  • „Ich muss es unbedingt heute noch schaffen.“
  • „Ich muss immer erreichbar sein.“
  • „Ich will niemanden enttäuschen.“
  • „Ich darf keine Fehler machen.“
  • „Ich brauche keine Hilfe, ich bin stark genug, ich schaff das auch alleine.“
  • „Ich kann nicht krank machen, sonst läuft hier gar nichts mehr.“
  • „Ich hasse es, wenn ich auf andere angewiesen bin.“
  • „Ich muss alles genauestens planen, damit nichts Unvorhergesehenes passiert.“
  • „Ich möchte, dass man mich mag und verhalte mich entsprechend.“

 

Ich muss stark sein. Ich muss perfekt sein. Man muss mich mögen.

„Wer steht mir im Weg? – Oh, das bin ja ich.“

Es ist eure innere Einstellung, die den Umgang mit den folgenden äußeren Stressoren beeinflusst.

 

äußere Stressfaktoren

  • Ärger mit den Nachbarn, dem Chef, den Kollegen,…
  • Berufswechsel
  • Beziehungsprobleme
  • finanzielle Sorgen
  • große Verantwortung
  • hohe Arbeitsbelastung
  • Jobverlust
  • Kälte
  • Lärm
  • Mobbing
  • Pensionierung
  • Scheidung
  • Schwangerschaft
  • schwere Krankheiten / Verletzungen / Operationen
  • sexuelle Schwierigkeiten
  • ständige Unterbrechungen bei einer Tätigkeit
  • Tod eine nahen Angehörigen
  • Umgang mit neuer Technik
  • Urlaub
  • Wohnortwechsel
  • Zeitmangel

Die Liste kann beliebig erweitert werden.

 

Die Psychiater Richard Rahe und Thomas Holmes haben einige der großen, äußeren Stressfaktoren untersucht und ihnen nach Umfragen jeweils Stresswerte (Skala 1-100) zugewiesen. Die Tabelle findet ihr bei Wikipedia.

 

Aber natürlich sind es nicht nur die „großen Ereignisse“, die uns Stress bereiten. Manchmal reicht auch eine Kleinigkeit, um unser „Stressfass“ zum Überlaufen zu bringen:

 

  • der Zug fährt dir direkt vor der Nase weg
  • der Mitbewohner hat schon wieder eine noch nicht mal halbvolle Spülmaschine angestellt
  • an der Kasse drängelt sich eine ältere Dame ganz dreist vor
  • in einer 50er-Zone wird konsequent 30 gefahren
  • der Kollege hat sich deinen letzten Schluck Milch für den Kaffee geklaut
  • dein Partner dreht seine Zahnpastatube zwar zu, aber stellt sie nicht wie du in den Becher, sondern legt sie daneben
  • jemand kommt ständig ohne zu klopfen in dein Büro
  • die Kollegin benutzt ein Parfum, was bei dir Brechreiz auslöst

 

Ihr seht: Auslöser für Stress sind völlig individuell.

Und wenn eure Ressourcen durch verschiedene Stressfaktoren schon fast aufgebraucht sind, dann kann eine vermeintliche Kleinigkeit euer  „Stressfass“ schnell zum Überlaufen bringen…

Stressfass-stressfrei

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