Stress und Urlaub – wie das zusammenpasst und warum das so ist

Das ganze Jahr wartet man auf ihn. Den heißersehnten Urlaub. Zwei oder drei Wochen am Stück frei. Die letzten drei, vier Wochen an der Arbeit ziehen sich wie Kaugummi. Die Zeit scheint rückwärts zu laufen, man fühlt sich ausgelaugt und kriecht auf dem schon blutigen Zahnfleisch dem Urlaub entgegen.

Und dann kommt er: der letzte Tag an der Arbeit. Freudig schwingt man sich morgens aus dem Bett, begrüßt die Kollegen mit einem strahlenden Lächeln und verrichtet gutgelaunt die letzten Tätigkeiten bevor der Hammer fällt und man sich überglücklich für die nächsten Wochen verabschiedet.

Endlich Urlaub! – Und jetzt?

Die wenigsten von uns starten völlig ungeplant in den Urlaub und lassen die Tage so vor sich hin plätschern. Oft steht nach ein oder zwei Tagen Koffer packen der Flug in den sonnigen Süden oder die Fahrt in den Skiurlaub an. So haben wir es im letzten Jahr auch gemacht – 10 Tage Sonne tanken in der Türkei (ja, ja, ich weiß – in die Türkei fliegt man nicht mehr, aber es war wirklich herrlich dort). Dieses Jahr haben wir unsere drei Wochen Urlaub auch verplant – nur eben anders. Am Dienstag der ersten Urlaubswoche starteten wir mit unseren Freunden in Richtung Open Flair – Festival. Das ist meine Art von Abschalten. Viel Musik, ein bisschen Alkohol und viele unterschiedliche, bunte und gutgelaunte Menschen, die einfach Spaß haben wollen. Sechs schöne, schlammige, feuchtfröhliche und anstrengende Tage später, landeten wir mit einem Haufen Wäsche, schönen Erinnerungen und kistenweise „Irgendwas durcheinander“ zurück zu Hause. Schön war’s.

Nach unzähligen Maschinen Wäsche, zwei Tagen in der Heimat mit Omabesuch und Serienmarathon starteten wir am Sonntag in unseren ersten Campingkurzurlaub. Meine Eltern haben uns ihren Wohnwagen überlassen und wir durften sie auf einem echt schönen Campingplatz in der Lüneburger Heide ablösen. Stadtbesichtigung in Lüneburg, gemütliches Frühstück, Grillen, Wald- und Seespaziergänge und ein Tagesausflug an’s Meer.

Wir sind uns einig: der letzte Campingurlaub war es garantiert nicht (obwohl das Aufwaschen doch ziemlich ungewohnt war, da ich Zuhause den Luxus einer Spülmaschine genieße). Es muss nicht immer der 5-Sterne-All-Inklusive-Urlaub am Meer sein.

Vor, während und nach dem Urlaub – Stressfallen lauern überall

Beim Thema Urlaub kann aber auch ganz schnell Stress aufkommen. Vielleicht ist man sich über die Reiseart oder das Reiseziel so gar nicht einig. Frau möchte unbedingt in den sonnigen Süden an’s Meer, der Mann lieber in den Bayrischen Wald zum Wandern und die Kinder auf den Ponyhof. Hotel oder Ferienwohnung. Kochen oder kochen lassen. Streitigkeiten sind hier wohl vorprogrammiert.

Wenn man sich nun endlich auf das Reiseziel geeinigt hat, heißt es Koffer packen – da fängt es schon wieder an. Was pack ich ein? Was brauche ich unbedingt, was nicht? Wie wird das Wetter? Frau ist ja gerne auf alle Eventualitäten vorbereitet und hält sich nur ungern an irgendwelche Gewichtsvorgaben bezüglich des Gepäcks (sei es von der Fluggesellschaft oder vom eigenen Mann).

Eigene Anreise zum Urlaubsort? Ist die Bahn pünktlich? Wartet die nächste Autopanne? Kilometerlanger Stau?

Um ein paar Schwierigkeiten vor dem Urlaub zu umgehen, verweise ich an dieser Stelle mal auf eine kleine, informative Seite, die sich mit dem Thema Urlaubsvorbereitungen beschäftigt: www.vordemurlaub.com (viele Grüße an Frank).

Endlich angekommen hat das Kind Fieber, der Mann Durchfall vom Essen. Man selbst lässt sich bei erster Gelegenheit die Handtasche klauen. Irgendwas ist immer.

Trotz allem versucht man sich krampfhaft zu entspannen. Man hat ja schließlich Urlaub.

Abschalten und Entspannung – aber bitte sofort!

Du hast Urlaub. Entspann dich gefälligst.

Gar nicht so einfach irgendwie. Im Alltag stehen wir immer unter Strom. Runterfahren ist da gar nicht so einfach. Meistens braucht es ein paar Tage bis man wirklich realisiert hat, dass man einen Gang zurückschalten kann. Ich gehöre sogar zur Sorte „vorbildlicher Arbeitnehmer“ und werde meistens im Urlaub krank. Man läuft nicht mehr auf Hochtouren und wenn die Ruhephase eintritt, sagt sich der Körper: „Hach, endlich. Jetzt kann ich mich auch mal ausruhen. Alle Systeme auf Notstrom.“ Zack. Krank.

Stress im Urlaub - Abschalten auf Knopfdruck ist gar nicht so einfach

Auch unsere alltäglichen Gewohnheiten lassen sich nicht so einfach ablegen. Herr Stressfrei und ich haben uns in den letzten Tagen echt oft dabei erwischt, wie wir hastig essen und in Eile laufen anstatt gemütlich zu schlendern. Im Alltag ist Essen leider oft nur eine Nebensache und wir beeilen uns von A nach B zu kommen um Zeit zu sparen. Entspannen und die Ruhe genießen will echt gelernt sein. In unseren fünf, sechs Tagen Campingurlaub haben wir es gegen Ende der Zeit endlich geschafft: Wir haben keine Ahnung mehr, wie viel Uhr oder welcher Wochentag ist. Echt schön. Und dann…

Wie jetzt? Schon vorbei?

Da drehst du dich einmal im Kreis und schon sind drei Wochen Urlaub vorbei. Das kann doch gar nicht sein. Ich bin doch gestern erst lachend aus dem Büro gegangen und habe mich für lange Zeit verabschiedet. Oh Mann… Da fängt man gerade an, sich an die entspannte Zeit zu gewöhnen und schon muss man die Zelte wieder abbrechen und zurück in’s Alltagschaos. Die Zeit im Urlaub läuft definitiv schneller als sonst.

Koffer auspacken, Wäsche waschen, Chaos beseitigen, Wecker stellen, schlafen gehen und zurück an die Arbeit. Gedanklich plant man schon den nächsten Urlaub und malt sich rote Kreuzchen in den Kalender…

Wie ist das bei euch so?

Euer

fräulein-stressfrei

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