Vom Bullet Journal zum Filofax…

…in 0,8 Sekunden. Ja, so hört sich das jetzt an, oder? Es ist erst fünf Monate her, als ich den Artikel „Bullet Journal als kreative Stressbewältigung“ geschrieben habe. Ich war total begeistert und motiviert von der Idee Bullet Journal. Ich kaufte mir einen Leuchtturm, die Pigment Liner von Staedtler (welche ich übrigens uneingeschränkt empfehlen kann) und fing einfach an. Planen und kreativ sein – die perfekte Mischung. Den Handtaschenorganizer habe ich zur BuJo-Tasche umfunktioniert und zum Geburtstag schenkte mir meine Mama extra Tombows (die übrigens wirklich toll sind!).

vom BuJo zum Filofax. Was mich an meinem Bullet Journal so gestresst hat

Perfekt ausgestattet, aber irgendwas fehlte…

Ich bin einfach kein Mensch für kreatives Chaos

Ich bin nun mal wie ich bin. Schon früher in der Schule habe ich in meinen Heften Seiten herausgetrennt, wenn ich mich verschrieben, mit Tipp-Ex geschmiert oder zu viel gekillert habe. Ihr kennt das doch sicher auch noch, oder? Ich habe mich immer gefreut, wenn ich ein neues Heft anfangen konnte. Man schreibt extra schön und ordentlich. Irgendwann (meistens schon nach den ersten 5 oder 6 Seiten) hörte das aber auf und man kritzelte die Hausaufgaben noch schnell im Bus in’s Heft oder musste sich beim Mitschreiben so beeilen, dass man für „schön“ gar keine Zeit hatte. Zack. Raus damit und nochmal schön abschreiben. Hauptsache das Heft sieht toll aus. Ihr kennt das doch hoffentlich auch, oder bin ich die einzig Gestörte, die sowas gemacht hat?

Ich war noch nie der chaotische und verplante Mensch, der ständig irgendwas vergessen, verloren, liegengelassen, verpennt oder verschlampt hat. Chaos habe ich schon immer gehasst. Ich hasse es, mich ungewissen Situationen stellen zu müssen. Ich hasse es, wenn ich nicht weiß, wo etwas liegt oder wann welcher Termin ist. Und ich hab’s früher schon gehasst, wenn ich mich erklären musste, warum ich nun dieses oder jenes vergessen oder nicht gemacht habe (Schulhefte, Hausaufgaben, whatever). Also bin ich lieber der durchstrukturierte Ordnungsfreak geworden, der immer alles sofort erledigt oder aufschreibt, damit er’s nicht vergisst.

Viele finden das vermutlich ziemlich schräg, aber ich komm ganz gut mit mir klar 😉

Mein BuJo und ich – eine Hass-Liebe

Die erste Begeisterungswelle ebbte auf Seite 4 meines BuJos ab. Ich hatte mich vermalt. Und wie. Ein langer, schwarzer Strich an einer Stelle, wo er nicht sein sollte. Meine Güte… Bin ich denn echt zu blöd ein Lineal richtig zu nutzen? Ok. Also ausbessern. Irgendwie gibt’s eine Alternative zu dem, was ich eigentlich machen wollte.

Klar gibt’s die. Allerdings hatte ich mich nur zähneknirschend mit meinem „Fehler“ abgefunden. Egal. Die ersten zwei Monats- und Wochenübersichten waren fertig und ich einigermaßen zufrieden mit meinem kreativen Werk. Ich hab mir einige Abende Zeit genommen um mich vollkommen auf die Gestaltung meines Bullet Journals zu konzentrieren. Ich habe tatsächlich richtig abgeschaltet und mich entspannt.

Zwei Monate und acht Wochen waren auch bald mit Terminen und Notizen gefüllt. Zwischendurch habe ich ein paar wenige Tracker-Listen angelegt und immer mal wieder etwas mit Tipp-Ex ausbessern oder mir „Alternativen“ suchen müssen.

Dann hatte ich circa zwei, drei Wochen so gar keine Zeit, Lust und Muse mich kreativ mit meinem Bullet Journal zu beschäftigen. Schnell zwischen Tür und Angel geht nicht gut. „Aber wenn ich jetzt nicht bald die drei letzten Wochen nachhole, dann habe ich „Lücken“ in meinem Jahr. Und dann müsste ich auch noch den Juli vorbereiten um meine Termine eintragen zu können. Oh Mann…“

Chaos statt Kalender.

Ich blätterte mein BuJo dann mal von vorne an durch und… Tja. Es gefiel mir so gar nicht mehr. Ein Wochendesign und kleine Malereien, die mir Spaß gemacht hatten, finde ich jetzt einfach nicht mehr schön. Es passte auch irgendwie alles nicht zueinander. Ein paar Seiten würde ich am Liebsten ausheften und nochmal in „schön“ produzieren.

Zwischen zwei Wochen ein Serientracker, dann die nächste Monatsübersicht, eine Liste mit Dingen, die ich noch tun möchte – puh. Ja, klar, es gibt das Inhaltsverzeichnis. Aber ich hab’s eben nicht so gern durcheinander. Aber wie soll ich denn meine Listen gebündelt an einen anderen Teil in meinem Leuchtturm packen, wenn ich nicht weiß, wie viel Platz genau ich für den Kalender und die Monatsübersichten brauche? Das müsste ich mir ja irgendwie ausrechnen. Und dann? Dann versaue ich eine Seite, die echt raus muss (siehe oben) und habe ein Platzproblem. Ich könnte sowas natürlich einplanen und einige Seiten frei lassen. Aber die müsste/sollte ich dann ja auch noch füllen, wenn ich sie doch nicht benötige. Mein Inhaltsverzeichnis hat auch Lücken, wenn ich nicht alles durcheinander haben möchte. Wie viele Seiten brauche ich dann wohl für diesen oder jenen Tracker? Brauche ich überhaupt so viele Listen und Tracker? Was, wenn ich in einer Woche mal mehr Notizen machen möchte und der vorgeplante Platz einfach nicht reicht? Mhmm…

Für mich ist das Projekt Bullet Journal irgendwie eher in Stress ausgeartet.

Meine Alternative: Filofax.

Nachdem nun endgültig klar ist, dass ich überhaupt kein Mensch für kreatives Planungschaos bin, muss eine Alternative her.

Einheitliche Strukturen, keine großartige „Vorarbeit“ und ich muss Ein- und Ausheften* (*Affiliatelink) können. Nach kurzem Suchen stolperte ich über den wunderschönen Filofax Personal Domino Soft Pale in rosa* (*Affiliatelink). Meine Güte ist der schön – den muss ich haben. Für 31 Euro ziemlich teuer, allerdings nutze ich ihn ja nicht nur ein Jahr.

Terminplaner Personal Domino Soft Pale rosa

Filofax hat drei verschiedene Größen im Angebot. A5 (24,3 x 5,1 x 20,7 cm – fand ich ziemlich „wuchtig“ und nicht wirklich alltagstauglich), Personal (19 x 13,5 x 3,5 cm – genau richtig) und Pocket (14,5 x 11,5 x 2,5 cm – viel zu klein für mich. So klein kann ich gar nicht schreiben).

Mitte August kam er an. Noch liegt er unberührt vor mir. Im Moment bin ich auf der Suche nach schönen und sinnvollen Einlagen etc.. Ich denke, hier werde ich garantiert bei Etsy und Dawanda fündig.

Viel aus meinem BuJo werde ich nicht in meinen Filofax übernehmen. Ich denke, ich werde mich auf’s Wesentliche (Termine & Co.) und ein paar wenige Listen (To-Dos, Reiseziele, etc.) beschränken. Mal sehen. Wenn’s mir nicht gefällt, hefte ich es eben einfach aus. Ich denke, der Filofax ist für mich echt der entspanntere Planer.

Aus Bullet Journal mach Tagebuch…

So ganz möchte ich mich aber nicht vom Bullet Journal verabschieden. Ich habe mir überlegt, einfach den stinknormalen Kalender rauszunehmen und mein BuJo in eine Art Tagebuch umzuwandeln. Natürlich (wie könnte es bei mir anders sein?) fange ich dazu ein neues Buch an. Hier möchte ich einfach schöne Dinge festhalten, vielleicht sogar das ein oder andere Foto einkleben, kreativ sein, Zitate und Gedanken notieren. Und das ganz in Ruhe – ohne „Kalenderwochen-Stress“. Verliebt habe ich mich in das weiße Scribbles That Matter* (*Affiliatelink). Viele finden es schöner als den Leuchtturm und ich muss sagen: Ja. Finde ich auch. Es fasst sich einfach schöner an, das Papier ist etwas dicker als im Leuchtturm und für mein „Tagebuch-Bujo“ passen die Motive außen auch einfach gut…

Scribbles That Matter - Dotted Journal Notebook Diary A5 - weiß, schwarz

Ich halte euch auf dem Laufenden, wie es mit dem Filofax und meinem „Tagebuch“ weitergeht.

Habt ihr vielleicht ähnliches erlebt mit euren Planern?

Euer

fräulein-stressfrei

 

 

 

 

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Danke für's Teilen, ihr tollen Menschen!

14 thoughts on “Vom Bullet Journal zum Filofax…

  1. Hallo Fräulein Stressfrei,
    du sprichst mir so aus der Seele – genau aus den gleichen Gedanken konnte ich mit meinem BuJo noch nicht beginnen und klicke mich durch die Filofax-Seite. SChön, dass es nicht nur mir so geht 😉
    Heute gehts in die Stadt und ich schaue mir das Filofax in Natura an – ich liebäugle mit dem gleichen Modell wie Du, nur in türkis 😉
    Freue mich darüber, Dich und Deinen Blog gefunden zu haben und grüße Dich ganz herzlich
    Gabriele

  2. Ein toller Artikel – es ist oft gar nicht so leicht sich einzugestehen wenn ein System doch nicht zu einem passt. Gerade wenn es optisch ansprechend ist. Ich selbst bin erst seit ein paar Wochen in ein Bullet Journal gezogen. Nebenbei verwende ich aber immer noch einen anderen Kalender, weil ich das Durcheinander noch nicht so im Griff habe – ich hätte das gerne auch alles in einer sinnvollen Reihenfolge.
    Ob es als Planner bleibt oder auch zu einem Tagebuch/Artjournal wird, wird wohl die Zeit zeigen 😀
    Alles Liebe
    Manuela

  3. Hey.
    Auch ich bin vergangenen Sommer dem BuJo-Trend verfallen und im Alltagsstress wieder vom Weg abgekommen. Bei mir ist nicht die fehlende Zufriedenheit der Grund, sondern, dass ich es entweder nicht brauche oder nicht als BuJo benutze. Ich habe damit angefangen, als ich vor dem Studium unglaublich viel Zeit hatte. Dementsprechend aufwändig sind meine ersten 40 Seiten. Es war also meine Beschäftigung.

    Als das Studium begann, funktionierte es für mich nicht mehr. Ich hatte keine Zeit oder war zu müde für die Tracker oder Challenges. Schon damals in der Schule brauchte ich für Termine und Fristen selten einen Kalendereintrag – so wie heute. Was also übrig blieb: schlampige Notizen aus den Vorlesungen und To-Do-Listen… Ja, ich bin ein Listenfreak. Das hilft mir in meine faule, chaotische Art etwas mehr Produktivität zu bringen. Das wesentliche eines BuJos war damit aber weg.

    Ich überlege derzeit, ob ich es mit einem Filofax versuchen soll – es muss ja nicht die original-Marke sein. Die Einlagen könnte ich mir praktischerweise selbst machen… aber nützt das etwas? ich habe das Gefühl, ich brauche einfach keine Planungstools…

    Ich hoffe dir geht es mit dem Filofax jetzt besser.
    Liebe Grüße > sara

    1. Ich finde ein Ringbuch auch viel entspannter. Habe mir bei Ali durchsichtige Ringbuch Hüllen gekauft und bin total begeistert!
      Allerdings finde ich das A5 Format perfekt. In mein Planer kann ich so, in einer für mich guten Größe, meine Selbstlerneinheiten einheften, brauche mir keine Gedanken über die druckgrösse machen, und kann Papier sparen.

      Ich hoffe das du zufriedener mit deinem filofax bist und es dir besser gefällt.

      Was machst du denn mit gestalteten Seiten die die nicht mehr gefallen?

      Lg Nicole

    2. Hallo Sara,
      ja, ich kann das voll verstehen. Ich denke, es muss jeder für sich entscheiden, was sinnvoll ist.
      Wichtig ist ja nur, dass man seine Termine und To-Dos irgendwie im Blick behält und kein Stress ausbricht 🙂
      Viele Grüße,
      Anna

  4. Ein wirklich sehr schöner beitrag. Es hat mir sehr viel Freude bereitet, ihn mir durchzulesen.
    Ich selbst besitze kein Filofax, bin aber seit fast einen Jahr Besitzerin eines Bullet Journals. Ich kenne das gefühl, das mir die ersten Seiten meines BuJos gar nicht mehr gefallen, da ich mich viel zu sehr an Vorlagen gehalten habe, statt meiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Wobei ich mich heute noch gerne bei meinen Weekly Spreads inspirieren lasse, aber viel mehr Bilder verwende wie früher. Bis zum Juni habe ich noch jede Wochenübersicht gleich gestaltet. Erst ab Juli platzte dann quasi der Knoten, wo ich mich an Bildern herangewagt habe und mehr mit Farben gespielt habe. Auch wenn ich die ersten Seiten nicht mehr so schön finde, ich denke, gehört es einfach dazu und sollte man akzeptieren. Man entwickelt sich weiter und muss dann am Ende doch über die ersten Versuche schmunzeln. Ich will weiterhin dem Bullet Journalling treu bleiben. Ich mag es mit Aqaurellfarben zu malen und manchmal die eine oder andere Mangazeichnung einfließen zu lassen. Ich bin ein kleiner Chaot und ein Listenfreak. Für mich also die perfekte Lösung, Planen + Kreativität.

    Kaji

  5. Hallo liebes Fräulein Stressfrei,

    ich weiß genau, was du meinst. Ich bin auch manchmal dabei, Seiten wieder zuzukleben, weil ich es komplett versaut habe. Und hab mittlerweile auch schon drei Notizbücher angefangen. Ich will das aktuelle aber noch voll machen und dann ebenfalls auf ein Ringbuch-System umsteigen, allerdings dann ohne vorgefertigte Kalenderseiten, denn das macht mir nach wie vor Spaß zu malen und ist auch mein wöchentliches Ritual. Ich freue mich schon auf deine bisherige Erfahrungen.

    Liebe Grüße
    Denise

  6. Nein, du bist nicht verrückt, wie man an den vielen zustimmenden Kommentaren sieht. Mir geht es genau so wie dir, bei mir muss alles schick sein, im Zweifelsfall wird nochmal abgeschrieben. Ich habe diese „Macke“ inzwischen besser im Griff, etwas weniger Perfektionismus tut es auch.
    Ich brauche aber weiterhin frei sortierbare Seiten, seit fast 5 Jahren benutze ich Ringbuchplaner wie Filofax, teilweise von anderen Herstellern. Ich denke, ich habe ein für mich sehr gut funktionierendes System gefunden – simpel, übersichtlich und in der knappen Zeit gut machbar.
    Einige Elemente des Bullet Journals finde ich aber sehr hilfreich, wie die Langzeitplanung (future log) oder verschiedene Ideen der Monatsübersicht. Da ich meine Einlagen schon lange selber drucke kann ich die Ideen einfach mit übernehmen.
    Die Symbole um auf bestimmte Themen hinzuweisen finde ich ebenfalls sehr gut, so dass sie sich weiterhin in meinen Aufzeichnungen wieder finden.

    Viel Spaß beim Entwickeln deines persönlichen und für dich perfekten Planungssystems!

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