Vom Stress mit dem „Müssen“ und „Wollen“

Muss ich alles wollen, was ich kann? Kann ich alles tun, was ich will? Will ich alles machen, was ich muss?  Und vor allem: Wann das alles? 

Wenn der Tag nur aus „Müssen“ besteht…

musst du (haha) schleunigst etwas daran ändern.

Haushalt – muss das wirklich sein!?

In meinem Beitrag zum Thema „Das bisschen Haushalt macht sich von allein – eben nicht…“ habe ich euch schon einen kleinen Einblick in einen typischen Alltagsablauf bei mir gegeben. Aufstehen, Arbeit, Einkauf, Haushalt, Essen, Bett. Spannend oder? Und genau darum geht’s – unter anderem – auch heute. Um die Dinge, die sich in unserem Alltagstrott ansammeln. Dinge, die seit Jahren dazugehören und ihren festen Platz in unserem Alltagskalender haben. Dinge, mit denen wir in aller Selbstverständlichkeit aufgewachsen sind. Dinge, die einfach gemacht werden… müssen.

Wir alle haben sie. Diese Angewohnheiten, die fest in unserem Alltag integriert sind. Manche von ihnen wurden uns anerzogen. Wir kennen es nicht anders und es gibt eben Dinge, die genau so gemacht werden müssen. Andere Angewohnheiten haben wir uns – aus welchen Gründen auch immer – selbst anerzogen oder aufgezwungen. Das macht man eben so. Andere machen das so, also muss ich das auch so machen.

Nö. Eben nicht.

Nur weil zum Beispiel deine Mama und/oder Oma immer einen glänzenden Haushalt hatten, alles picobello sauber war, muss das bei dir nicht auch der Fall sein. Und nur weil deine Mama jeden Tag Staub putzt, du das von Kind an als „normal“ angesehen hast, musst du es als Erwachsene/r nicht genauso machen. Es darf auch mal ein Körnchen Staub liegen. Oder eine ganze Schicht.

Ihr müsst nicht alles genauso machen, wie ihr es vorgelebt und anerzogen bekommen habt.

Man muss sich von diesen Gedankenmustern einfach verabschieden. Geht euren Tagesablauf und eure Gewohnheiten durch. Was muss wirklich und was kann ich auch einfach sein lassen?

Sogar im Internet findet man viele Tipps und Tricks, wie man seinen Haushalt bestmöglich auf Vordermann bringen kann. Surft man durch’s Netz und stöbert auch mal in einigen Foren, findet man sogar Haushaltspläne und so einige Richtlinien zum Putzen und Organisieren des Haushalts. Einmal täglich saugen und das Klo putzen. Zwei- bis dreimal wöchentlich wischen.  Die Fenster werden einmal pro Monat geputzt. Äh ja,… das artet ja richtig in Stress aus. Muss ich das tatsächlich so machen? Machen das alle so? Bin ich unnormal, wenn ich das nicht mache? Ich meine,… Hallo?! Meine Fenster werden einmal pro Jahr geputzt. Meine Wohnung einmal pro Woche gewischt (wenn nötig) und auch das Klo putze ich nicht täglich. Zack. So. Jetzt ist es raus. Schlimm? Nö. Außerdem gehe ich über 40 Stunden pro Woche arbeiten und habe auch noch Hobbies.

Putzen, so wie es andere es wollen, mögen und machen?!

Das geht mir am Arsch vorbei.

Heute lebe ich. Morgen putz ich. Vielleicht.

Hobbies – will ich!

Manchmal kommen die Hobbies im Alltagschaos viel zu kurz. Es gibt so viele Dinge, die ich gern mache. Malen, Lesen, mittlerweile auch ein bisschen Yoga, die aktuelle Pretty-Little-Liars-Staffel schauen, mich um die Pflanzen auf meiner Terrasse kümmern, Hörbücher hören, Freunde treffen, mein Bullet Journal und… bloggen (natürlich!). Huch – und da gibt’s ja auch noch meinen Mann.

Ihr seht, das ist ziemlich viel, was mir Spaß macht und für das ich gerne mehr Zeit hätte. Nach einem anstrengenden 8- oder 9-Stunden-Tag im Büro komme ich aber leider viel zu selten zu diesen Dingen. Und ja, ich habe im Haushalt schon so einige „Muss-Dinge“ auf die „Was-soll’s-Liste“ gepackt. Der Staub macht sich ganz prima auf meinen dunklen IKEA-Kommoden 😉

Ich habe also angefangen, meine Hobbies zu „planen“. Das heißt, ich überlege mir morgens oder nachmittags, was ich abends nach der Arbeit gerne noch tun möchte. Das klappt meistens ganz gut und ich plane meine „Muss-Dinge“ so, dass ich abends genug Zeit habe für die schönen Dinge im Leben. Oft bin ich aber auch einfach zu müde. Und manchmal kommt etwas dazwischen und ich schaffe gar nichts mehr. Eine Woche meines Bullet Journals bleibt leer, meine Tracker unausgefüllt, mein Unkraut ungezupft, mein Hörbuch ungehört, mein Buch ungelesen und Folge 16 aus Staffel 6 habe ich immer noch nicht gesehen.

„Ich schaffe gar nichts mehr…“ – da sind wir auch schon beim Knackpunkt:

Wenn aus dem „Wollen“ ein „Müssen“ wird…

musst du (haha) schleunigst etwas daran ändern.

Manchmal sind die Erwartungen an uns selbst einfach viel zu groß. Ich bin leider einer der Menschen, die Dinge gerne perfekt machen. Jaaaaaaa… darüber hatten wir schon gesprochen und ich arbeite daran. 😉 Allerdings fällt mir das bei manchen Dingen einfach wirklich schwer und das artet dann zeitweise in Stress aus. Freizeitstress. Bei meinem Blog habe ich mir zum Beispiel vorgenommen, jeden Donnerstag einen Beitrag online zu stellen. Ob ich das schaffe – garantiert nicht. Das Leben kommt irgendwie immer dazwischen. Auch möchte ich mehr auf den Social-Media-Kanälen aktiv sein, andere Blogs lesen und kommentieren,… Alles rund um den Blog macht mir so unheimlich Spaß. Aber ich schaffe es meistens einfach nicht. Mir fehlt schlicht und ergreifend meistens die Zeit, um die Dinge zu tun, die ich liebe. Ganz in Ruhe. Ich habe eben keine Lust auf halbe Sachen. Ich schaue kurz bei Instagram rein und sehe viele tolle Posts oder Stories von den Bloggern, denen ich folge. Jeden zweiten Tag einen Beitrag. Immer aktiv bei Facebook, Instagram, Twitter und Co.. Puuuhhh… wie machen die das bloß? Ich schaffe das nicht. Und genau da liegt mein Problem: Ich habe aus meinem „Wollen“ innerlich ein „Müssen“ gemacht. Und genau das stresst mich. Natürlich möchte ich meinen kleinen Blog so professionell wie möglich betreiben (Perfektionismus und so), aber mir fehlt einfach die Zeit dazu. Niemals könnte ich mehr als einen Beitrag in der Woche schaffen. Dafür müsste so viel Anderes weichen – das kann und will ich auch gar nicht.

Aber ich hoffe, ihr versteht auf was ich hinaus will…

Hier sind wir wieder beim Thema „Einstellungssache“. Ich mach die Dinge so, wie ich es möchte. Ich darf mich nicht an anderen orientieren. Ich mach alles in meinem Tempo und so, wie ich es für richtig halte bzw. wie es für mich gut ist.

Wenn man die schönen Dinge im Leben falsch angeht, entsteht zusätzlicher Stress. Und das ist genau das Gegenteil von dem, was ich mit meinen Hobbies bewirken will. Ich möchte mich nach der Arbeit entspannen und nicht stressen.

Dann bleibt die Kalenderwoche 22 in meinem Bullet Journal eben unausgefüllt, der Blogbeitrag kommt später, Yoga ist nur montags, die Serie, das Unkraut und die Bücher laufen nicht weg. Nur um meinen Mann sollte ich mich doch regelmäßig kümmern – sonst tut er’s auf einmal noch.

Perfektionismus? …am Arsch vorbei!

„Du musst gar nichts.“

Bullshit. Sicher musst du. Es gibt Dinge, die müssen einfach sein. Sehr viele Dinge sogar.

Arbeiten zum Beispiel. Ohne geht’s einfach nicht (außer ihr gebt euch mit Sozialhilfe zufrieden…) – ist klar, oder?

Ja, zwischen all den „Generation-Y-ich-bin-etwas-ganz-Besonderes-und-gestalte-mein-Leben-ausschließlich-nach-meinen-eigenen-Wünschen-und-Bedürfnissen-Leuten“ bin ich vermutlich diejenige, die sagt: „Das Leben ist kein Ponyhof und wir sind auch nicht bei wünsch-dir-was, sondern bei so-isses!“. Es gibt einfach ein paar Dinge, die eben sein müssen. Außerdem kann sich nicht jeder nach dem Abi einen Rucksack schnappen und von Mamas Ersparnissen erstmal eine Reise durch die Welt machen um herauszufinden, was man wirklich will und erwartet vom Leben. Ähm…. ja. Eine Bloggerin sagte mir mal, dass ich einfach mit meinem „Mindset“ noch nicht so weit bin, wirklich jeder sowas machen kann und ich „selbst schuld“ an meinem Leben sei. Ok. Hierzu aber mehr in einem anderen Beitrag… 😉

 

Es ist alles eine Frage, wie man die Dinge angeht. Du kannst entscheiden mit welcher Einstellung du an die Dinge rangehst. Denkst du nur negativ und bist morgens schon genervt, dass du überhaupt das Haus verlassen musst zum Arbeiten – dann wird’s natürlich nix. Man kann sich sein „Müssen“ auch schöndenken. Die Einstellung macht’s. Dann kann aus einem „Müssen“ auch ein „Wollen“ werden.

Nun noch einen ziemlich schönen Spruch passend zum Thema für euch und dann bin ich auch schon wieder verschwunden…

„Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn merke: Die können sollen, müssen wollen dürfen.“ – Johannes Conrad

 

Wie seht und macht ihr das? Arten manche Hobbies bei euch auch in Stress aus? Verschwimmen manchmal die Grenzen zwischen „Müssen“ und „Wollen“? Einen 48-Stunden-Tag ohne Müdigkeit erfinden – das wär’s oder? 😉

Lasst euch nicht stressen!

Euer

fräulein-stressfrei

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Danke für's Teilen, ihr tollen Menschen!

4 thoughts on “Vom Stress mit dem „Müssen“ und „Wollen“

  1. Ich finde, dein Artikel fasst mein tägliches Dilemma wirklich anschaulich zusammen. Weil ich mein Wollen immer in Müssen verwandle, starrt mich mein Klavier seit zwei Wochen völlig pikiert an, da ich es nicht anrühre. Auch meine geplanten Vokabellisten sind leer. Das Bulletjournel liegt manchmal farblos unter Papierbergen…. Es ist wirklich angenehm, auch mal normale Menschen im Internet zu erleben. Bitte schreib weiter so schöne Artikel. Ich schicke dir all meine restliche Universumsenergie und liebe Grüße.

    1. Du bist ein Schatz. Danke für deine schönen Zeilen. Ja… So ist das manchmal einfach. Mich lacht meine Nähmaschine seit Monaten aus der Ecke meines Esszimmers aus. Ich wüsste einfach nicht, wann ich die Zeit finden sollte um Nähen lernen zu können. Irgendwas ist immer….

      Liebe Grüße,
      Anna

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